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Montag, 9. Dezember 2019

Ein Babynest nähen

Es kursieren viele kostenlose Anleitungen für Babynester im Netz. Die von mir verwendete verlinke ich aber nicht, denn sie war schlecht. Wie man auf dem Foto sehen kann, ist es immens wichtig, dass die äußeren Rundungen wirklich kreisrund sind, damit es keine solchen Hörnchen wie rechts gibt:


Fenja wurde in eine Familie mit einem fürchterlich fußkalten Wohnzimmer geboren, Damit die Kleine es auch von unten warm hat, habe ich ihr eine Wollmatratze gefilzt, für die es auch zwei Bezüge gibt.
Der Boden des Nests wird in allen Anleitungen mit Volumenvlies verstärkt, eigentlich ist das Nest dann schon fertig. Aber was passiert, wenn das Baby ausläuft? Dann muss das ganze Nest in die Waschmaschine! Deshalb werde ich beim nächsten Nest das Volumenvlies weglassen und stattdessen wieder eine herausnehmbare Matratze filzen. Die kann man natürlich auch aus Volumenvlies oder ein paar Lagen Molton nähen. Babys müssen ja nicht weich gelagert werden. Meine Version mit Volumenvlies im Boden UND Matratze ist schon ziemlich dick:


. Hier sieht man die ganze Pracht: Nest, Matratze, Ersatzbezug:


Babynester sehen kompliziert aus, sind aber tatsächlich total einfach zu nähen. Die einzige Herausforderung war das Aufnähen des Bandes, in dem das Zugband verläuft. Und so sieht das aus, wenn man im Nährausch vergisst, den Oberfaden farblich anzupassen:


Wenn ihr also ein einfaches Projekt für ein Baby-Willkommensgeschenk sucht: So ein Nest ist toll und wird mit Sicherheit viel verwendet. Fenja jedenfalls ist darin sowohl vor ihren herumlaufenden Brüdern als auch vor der Kälte des Bodens geschützt.

Sonntag, 6. Januar 2019

Noch ein Blick zurück - 2018 in Strick

In diesem Jahr habe ich mich mal wieder an einem Design festgefressen und sogar gleich dreimal gestrickt: Cross my heart von Drops.

Als ich die Jacke bei einer Frau im Bioladen sah, war ich schockverliebt! Wie sich bald herausstellte: Das war das perfekte Projekt für den heißen Sommer! Die Jacke wird in vier Teilen gearbeitet, man hat also nie zuviel warmes Gestrick auf dem Schoß :-)
Zudem sieht die fertige Jacke zwar spektakulär aus, ist aber eigentlich mindless knitting, wenn man den Bogen einmal raushat. Also prima bei 30 Grad im Gartenstuhl oder auf Reisen.

Version 1 habe ich nahezu nach Anleitung gestrickt, allerdings mit eigenem Garn: Lifestyle von Zitron und eine Bouretteseide, beides mit Schachtelhalm gefärbt.


Wichtig ist, dass man zwei Garne verwendet, die sich farblich deutlich unterscheiden. Besonders schön sieht es aus, wenn eines der Garne mehrfarbig ist. Hier zum Beispiel ist die Bouretteseide dreifarbig, die Lifestyle schlicht grün.

Version 1

So einfach und trotzdem so genial! Auf dem Rücken treffen die schrägen Flächen wieder aufeinander:


Die kurzen Ärmel werden einfach mit angestrickt:


Das Original von Drops hat vorne eine Knopfleiste, aber ich wollte einen I-Cord als Abschluss und finde zudem, dass ein einziger Knopf noch stimmiger aussieht:


Freundin Hanne war ebenso begeistert wie ich und wünschte sich gleich eine solches Stück zum Geburtstag. Damit die Jacke ganzjährig getragen werden kann, habe ich diesmal die Ärmel weggelassen und eine Weste draus gemacht. Ich finde es immer etwas seltsam, wenn unter kurzen Strickärmeln noch ein langärmeliges Shirt herausguckt.

Version 2 für Hanne


Der I-Cord ist aus einem kleinen Extraknäuel des gemusterten Garns. So kann man den I-Cord gleich mit dranstricken und bekommt die hübschen regelmäßigen Farbwechsel.  Die Garne sind wieder Lifestyle einfarbig und ein gut abgehangenes Garn unbekannter Herkunft. Gefärbt habe ich mit Indigo und Cochenille.

Detail - verkürzte Reihen und nur rechte Maschen
Während ich Version 2 strickte, wurde mir klar, dass ich ebenfalls dringend eine Beerenweste brauchte. Von dem bunten Garn war noch genug da, als Kombigarn nahm ich diesmal Seidenstraße von Zitron, das ich mit Lac Dye gefärbt hatte. Und da die Seidenstraße unfassbar ergiebig ist, reichte es sogar knapp für lange Ärmel:

Version 3

Ha - die perfekte Verwendung für einen vor Urzeiten spontan gekauften Knopf!


Das mit den langen Ärmeln wurde dann doch ganz schön knapp. Als die Seidenstraße zuende war, habe ich mit dem allerletzten Fitzel des bunten Garns ergänzt und finde die beiden unterschiedlichen Ärmel inzwischen richtig cool.
Ich hatte allerdings damit gerechnet, dass der Seidenanteil in der Seidenstraße dafür sorgen würde, dass die Ärmel mit der Zeit länger würden. Aber Herr Zitron, dieser unbegreifliche Garnzauberer, hat es hinbekommen, dass das Garn absolut formstabil bleibt. Und federleicht ist und dabei wunderschön glänzt. Hachz.

Fazit: Eine tolle Strickidee für alle, die am liebsten nur rechte Maschen stricken. Auch beim dritten Mal in Folge war das kein bisschen langweilig. Eine Kombi aus zwei selbstgesponnenen Garnen kann ich mir auch gut vorstellen. Oder ein Hightwist und ein Flauschgarn? Lochreihen im Wechsel mit Rippen? Und auch das Thema Dreiecke aus verkürzten Reihen könnte man weiter ausloten. Ihr seht: Da geht noch was...

Freitag, 4. Januar 2019

Ein Blick zurück - 2018 in Stoff

Gute Güte- schon so lange her seit dem letzten Post! Dabei war 2018 genauso bunt, kreativ und ertragreich wie die letzten Jahre. Dass es kein fertiges Stück bis ins Blog geschafft hat, liegt am langen Sommer und auch daran, dass ich zunehmend unsicher bin, wie ich mit dem Thema Fotografie umgehen soll. Natürlich benötigt ein Kreativblog Bilder.
Aber: Die Instagramästhetik mit ihren Blütenköpfen, die sich kunstvoll und wie zufällig an perfekt ausgeleuchtete Wollstränge schmiegen, die Profi-Fotostrecken der bekannteren Blogs, die jedes neu genähte Teil wie in einem Magazin in Szene setzen - das sind inzwischen die Maßstäbe für die Bildgestaltung. Ich erfreue mich natürlich an richtig guten Bildern. Aber ich weiß auch, wieviel Aufwand in solchen Inszenierungen steckt und bin nicht bereit, dafür Zeit zu investieren. Aber deshalb das Blog aufgeben?
Ich will versuchen, mich von der Perfektion anderer nicht einschüchtern zu lassen. In diesem Blog geht es um textile Ideen und Anleitungen und die Dokumentation von Reinfällen und Erfolgen. Ich knipse hier nur, und das wird auch so bleiben.


Wenn ich also einem Dackelfreund einen Schlafanzug nähe (den er übrigens so sehr liebt, dass ich nun einen zweiten nähen darf), dann sieht das Foto dazu einfach so aus:


Schlafanzüge gehen immer, Schlafanzüge sind Alltagsnähen. Zuschneiden, rattatattata, fertig zum Anziehen. Und es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund, sie zu kaufen. Die sind so schnell genäht, verzeihen nahezu jeden Anfängerfehler und gelingen immer. Und ich finde, sie rechnen sich tatsächlich auch finanziell, selbst wenn man Biostoffe verarbeitet. Denn Schlafanzüge aus wirklich guten, langlebigen Stoffen gibt es nicht beim Discounter (naja, und welche mit Dackeln sowieso nicht). Für das Geld, das ein Markenschlafanzug kostet, kann ich guten Stoff und Garn für zwei kaufen und auch noch für die jeweils perfekte Passform garantieren.

Den kostenlosen Schnitt der Pyjamahose habe ich hier gefunden:
https://blog.bernina.com/de/2014/07/naehanleitung-pyjamahose-mit-schnittmuster/
Für das Oberteil habe ich auf den Schnitt Sleepy zurück gegriffen. Da ist übrigens auch eine Hose dabei.

Auch das lange dünne Pubertier liebt die kuscheligen Hosen aus mütterlicher Produktion, denn die haben die perfekte Beinlänge und rutschen trotzdem nicht (im Gegensatz zur Konfektionsware, bei der zu sehr langen Beinen anscheinend immer auch ein Bauch gehört). Das Pubertier trägt dazu gekaufte T-Shirts mit coolen Sprüchen drauf, damit es nicht so "selbstgenäht" aussieht. Das ist doch ein guter Kompromiss.

Von einer Kollegin habe ich ein paar Reststoffe bekommen, dieser hier hatte es mir sofort angetan. Da es nur ein kleines Stück war, habe ich nach bewährter Art mit einem schlichten Kombistoff eine Fannie von Schnittreif gestückelt und im heißen Sommer viel getragen:


Apropos Reste: Das Geburtstagsgeschenk für Diana war auch nur ein Rest. Irgendwo hatte ich noch ein Stückchen "Liike" ergattert, das für eine Lupita gerade gereicht hat:


Das größte Projekt des Jahres war das Nest für die kleine Fenja, daraus mache ich noch einen Extrapost.
Hier sieht man schon einmal die ganze Pracht: Nest, gefilzte Matratze mit Bezug, Ersatzbezug:



Insgesamt dreimal entstand eine Frau Aiko . Ich bin diesem Schnitt völlig verfallen. Die Bluse sitzt immer gut, eignet sich für viele Stoffe. lässt sich mit Hosen und Röcken kombinieren, wirkt je nach Stoff gemütlich oder ausgehfein, hat vernünftige Taschen, hachz....

Ecoprint-Bouretteseide. Der beste Stoff, wenn es heiß ist.
Die pinken Punkte auf der Bouretteseide habe ich mit Cochenille erzielt, die anderen verwendeten Farbstoffe habe ich inzwischen vergessen. Der Stoff hatte nämlich lange auf einen passenden Schnitt warten müssen. Frau Aiko ist perfekt dafür.

Die Büroversion. Viele Schwalben machen anscheinend einen heißen Sommer

Und hier - klassich japanisch - aus indigogefärbter Baumwolle, die in einem früheren Leben mal ein Bettlaken war:


Detail - dieser Schnitt passt wunderbar zur wolkigen Färbung

Zum japanisch anmutenden Schnitt passt natürlich auch ein bissche Sashiko-Stickerei. Wer auf dem oberen Bild genau hinsieht, erkennt die fertig bestickte Tasche. Es gibt noch mehr zu sehen, aber auch das wird in einem Extrapost gewürdigt.

Zum Jahresende habe ich einen weiteren Lieblingsschnitt entdeckt: Scarlett von pattydoo.
Ein Tragefoto gibt es von meiner ersten Scarlett leider nicht, aber das hole ich bei der nächsten nach. Das Shirt sitzt richtig gut, und der Wassserfallausschnitt macht ein schönes Dekolleté, ist dabei aber hoch genug, um nicht zuviel Einsicht zu gewähren. Ich habe dann gleich drei Scarletts als Weihnachtsgeschenke genäht:


Der guten Ordnung wegen noch der übliche Hinweis: Dieser Post enthält nach den Vorgaben der  DSGVO Werbung, da ich auf Produktnamen und Bezugsquellen verlinke. Das mache ich nicht für Geld und Ehre, sondern aus purer Begeisterung und weil sich das nun mal im Netz so gehört.

Samstag, 10. Februar 2018

Drei Paar Hausschuhe für Jungs

Die Zwillinge T. und G. haben zur Geburt ein Filzschuh-Abo von mir bekommen. Hier habe ich schon einige ihrer Schuhe gezeigt.
Inzwischen sind die beiden bei Größe 35 angekommen. Drachenschuhe oder ähnlicher Firlefanz sind nun nicht mehr gefragt, dafür der Verein der Herzen und natürlich Star Wars. Solche expliziten Wünsche lassen sich nicht gut filzen. Deshalb habe ich Bügelbilder auf schlichte Puschen genäht:


Das Aufnähen der Bilder geht so: Mit ein bisschen Glück kann man die Patches vorher unter einem Geschirrtuch auf den Filz aufbügeln. Das funktioniert am besten, wenn es sich um sehr glatten, festen Filz handelt und Schusterleisten in den Puschen stecken.

Allerdings klappt es nicht immer, und das Bügeln ist auch nur eine erste Hilfe fürs folgende Aufnähen. Denn um das Nähen kommt man leider nicht herum. Durch die Bewegung der Füße in den weichen Puschen fallen die Bilder sonst schon nach kurzer Zeit ab.

Man benötigt stabile, aber dünne Nähnadeln mit kleinem Öhr, ein kleines Stück Hartholz und eine Schmuck- oder andere Zange. Das Nähgarn nehme ich doppelt und nähe zunächst im Filz ein bisschen hin und her, bis der Faden fest sitzt. Einfach immer dort wieder einstechen, wo der Faden rauskommt und die Richtung ändern. Und dann bei jedem Stich ein Stück vom Rand des Bügelbildes mitnehmen. Den Faden sieht man später überhaupt nicht - es sei denn, man nimmt die falsche Farbe:


Aber immerhin kann man hier gut sehen, wie genäht wird. Manche Patches sind so fest, dass man nicht mit der ganzen Nadel durchkommt. Dann helfe ich mit dem Holz nach und schiebe damit die Nadel weiter, bis man sie mit der Zange greifen kann. Und das bei jedem einzelnen Stich. Mit farblich passendem Garn sieht das dann sehr ordentlich aus:


Man kann sich dabei fiese Blasen an den Händen holen. Deshalb nähe ich immer nur einen Schuh pro Abend. Und ja - es ist eine Quälerei. Aber das Ergebnis lohnt die Mühe. Die Patches halten ewig, und die Jungs sind sehr zufrieden.


Schuhe Nr. 3: Auch mein Pubertier brauchte neue, nachdem es in kürzester Zeit zwei Größen übersprungen hatte. Es hat nun größere Füße als ich!


Achtung! Nicht immer ist es ratsam, Latexsohlen aufzutragen, auch wenn das schnell geht und sehr praktisch ist.
Wir zum Beispiel leben auf geöltem Naturholzboden. Schon die minimalen Reste des Pflegeöls reichen aus, um die Latexsohlen nach und nach aufzulösen. Nachpinseln funktioniert nicht.
Deshalb gibt es für die Familie immer Sohlen vom Schuster.

Leider ist es nicht jedem Schuhmacher zu vermitteln, was man von ihm will. Daher hier ein Erklärbild für euch, das ihr zeigen könnt, falls der Schuster euch nicht versteht:
 

Wichtig! Schärft dem Schuster unbedingt ein, die Sohlen so aufzunähen, dass die hintere und vordere Kante der Schuhe von der Sohle bedeckt sind. Diese Bereiche werden beim Abrollen besonders belastet. Andernfalls scheuern die Schuhe direkt am Rand der Sohle durch. Schade um die viele Arbeit.

Ganz billig sind diese Sohlen übrigens nicht: Bei meinem Schuster zahle ich 25 € pro Paar.

Fertigsohlen passen nicht immer, besser ist Sohlengummi als Meterware. Das gibt es übrigens auch bei Filzrausch, falls ihr euch selbst ans Nähen machen möchtet. Latex gibt es dort auch, sogar in schwarz.

Montag, 1. Januar 2018

Weihnachtskleider

Endlich habe ich Routine im Nähen von dehnbaren Stoffen. Natürlich möchte ich gern weiter nähen. Aber Nähen geht so schnell, viel schneller als Stricken. Und was soll ich mit so vielen Kleidungsstücken?
Deshalb war ich schlau und habe gleich drei Freundinnen zu Weihnachten mit Kuschelkleidern versorgt. Obwohl das gar nicht geplant gewesen war:

Hanne hatte ich nämlich eigentlich nur gebeten, meine eigene Frau Fannie von Fritzi Schnittreif anzuziehen, damit ich das Kleid auch einmal von hinten sehen konnte. Dann war sie aber sofort begeistert und ich hatte die Idee mit dem Weihnachskleid. Die Stoffe hat sich Hanne dann selbst ausgesucht.

Der Stoff für Carinas Kleid hat mich im Lieblingsstoffladen angelacht. Als ich ihn sah, wusste ich sofort, dass es auch für Carina ein Kleid geben würde. Das Kleiderprojekt für Martina entstand schließlich, als ich ihr Carinas fertiges Kleid zeigte und sie den Stoff des Rockteils so schön fand.

Frau Fannie ist wirklich perfekt: Sehr einfach zu nähen, ohne pieksende oder sich wellende Reißverschlüsse, unfassbar bequem, absolut alltagstauglich und mit vernünftigen Taschen. Und so unkompliziert: Anziehen, Strumpfhose und Stiefel dazu - fertig!

Schön schrill und retro - genau richtig für Carina

Halsausschnitte kann ich jetzt!

Detail: Tascheneingriff

Carina war schon etwas verwirrt, als ich darauf bestand, dass sie zu unserem Treffen im Café ein Kleid anziehen sollte. Aber ich hatte mir überlegt, dass sie das Weihnachtskleid bestimmt gleich anziehen würde und so ein Café ja keine Umkleidekabine hat. So konnte sie einfach Kleid gegen Kleid tauschen - yeah!

Passt perfekt!
Damit ich zukünftig auch für etwas schwierigere Projekte gewappnet bin, hat mein Vater mir zu Weihnachten eine vernünftige Schneiderpuppe geschenkt. Die habe ich mit seinem Einverständnis gleich für die Weihnachtskleider eingesetzt:

Hannes Kleid

Auch hier: Taschendetail
Der Stoff für Martinas Kleid war eine kleine Herausforderung, denn er war nur in Längsrichtung elastisch. Als Rockteil zu Carinas Kleid zusammen mit einem bielastischen Stoff war das kein Problem gewesen. Aber solo  hatte ich ein bisschen Angst, ob sich das Kleid wohl trotzdem gut anziehen lässt. Und ich fand die Ärmel ein bissschen zu eng. Aber die Sorge erwies sich als unbegründet.


Kleiner Kontrast: Bei den Bündchen ist die flauschige Seite außen

Mit einer Schneiderpuppe wird auch die Rückennaht perfekt

Und nun haben gleich drei Freundinnen ein gemütliches neues Kleid!

Sonntag, 8. Oktober 2017

Ein Garn entwickeln: "Susannes Sommer"

Die Ausgangslage: Susanne mag die kühlen Farben und trägt viel Dunkelblau, was ganz fantastisch zu ihrem dicken dunkelbraunen Haar passt. Zum Blau als Grundfarbe gesellt sich in den letzten Jahren Rubinrot, Lila und neuerdings sogar Grün. Susannes Garn sollte für ein Tuch reichen und möglichst zu allen ihren Farbkombis passen.

Pflanzengefärbtes BFL und BFL/Seide. Susannes Farben mit einer Prise Gelb zum Aufhellen.

  
Kardiert und fertig ausgezogen
250 Gramm mit etwa 300 Meter/100 Gramm
BFL mit Seide ist sooo flauschig, da kratzt nix!


Dienstag, 17. Januar 2017

Der Rest vom Fest

Da fehlt tatsächlich noch was bei der Weihnachtsnachlese:

Stulpen für Anita


Anita hatte sich den zweiten der beiden Vaterschals mitgenommen und wollte gern noch passende Stulpen dazu haben. Die Stulpen habe ich ganz schlicht und aus den Resten der beiden Schals gestrickt. Kuschelweich und schön warm. Und bei jeder Drehung sehen sie völlig anders aus.


Und dann gab es noch die obligatorischen Weihnachtssocken für die Familie. Am besten gefallen mir selbst natürlich Socken in meiner Lieblings-Farbkombi Braun (Schwarznüsse) und Blau (Indigo) auf Trekking von Zitron. Leider habe ich den gemischten Strang nicht fotografiert. Hach, der war sooo schön!
  

Diese Socken waren beim Stricken eine echte Überraschung. Zu den ganz regelmäßigen Streifen gesellte ich ein toller türkisfarbener Klecks, der regelmäßig um den Socken herumwilderte. Das hat total Spaß gemacht. Ach, hätte ich doch den Strangumfang gemessen, dann könnte ich dieses Ergebnis wenigstens reproduzieren.
Gefärbt ist dieser Strang übrigens mit Faulbaumrinde und Indigo. Der wandernde Fleck ist der Bereich, in dem sich beide Farben mischen.

Montag, 26. Dezember 2016

Weihnachtsnachlese: Dianas Tuch

Manchmal kann Material sprechen. Ein wunderbares Schurwolle-Angora-Garn sagte schon in der Vorratskiste zu mir: "Und ich werde ein Tuch für Diana!" - "Nix!", antwortete ich. "Wirst du nicht! Du bist mir einfach zu dünn, und Lacestricken finde ich sowieso doof!"

Dann sah ich in einem Blog das Muster Mini-Bubbles und war sofort schockverliebt. Das Angoragarn bekam das mit und fing an zu nerven: "Genau für mich gemacht! Und das Muster ist ganz einfach, da musst du nicht die ganze Zeit zählen. Mach ein Tuch für Diana! Färb mich in ganz vielen Rot- und Orangetönen, das sind genau die Farben von Diana. Und du wolltest doch das edle Dye Lac ausprobieren. Ich bin doch auch edel! Ich will Lac Dye! Sofort!"

Das Garn bekam seinen Willen. Nahm an der ersten Lac Dye Färbung teil, wanderte danach noch in ein Krappbad und machte die Bekanntschaft mit Cochenille. Danach sah es so aus:


Noch nicht ganz - da fehlte noch orange! Also kam noch eine Prise Dahlienblüten dazu. Fertig:


Das Stricken war zwar langwierig, aber es ging doch besser als gedacht. Durch den Angoraanteil ist das Garn sehr fluffig, was wiederum dazu führt, dass man zumindest das Gefühl hat, etwas in der Hand zu halten. 600 Meter Lauflänge auf 100 Gramm hatte ich jedenfalls fisseliger in Erinnerung. Kurz: Es machte tatsächlich Spaß!
Dann ein erhabener Moment: Die erfahrenen Lacestrickerinnen werden nur müde lächeln, aber für mich war es tatsächlich ein Erlebnis, wie erst durch das Spannen aus einem losen Gewirr ein schönes, formstabiles Tuch wird.

Fertig gestrickt, aber noch nicht gespannt. Sieht nicht sehr überzeugend aus...

Die Spannung steigt :-)

Wow!


200 x 60 cm und gerade mal 128 Gramm!





Fertig zum Verschicken

"Hast gewonnen!" sagte ich beim Abschied zum Garn, das nun zu so einem flauschigen Tuch mutiert war und sich sehr freute. "Bist echt schön geworden. Und danke, dass du so hartnäckig warst. Diana wird dich lieben. Aber jetzt musst du auf die Post, und ich werde zur Erholung Socken stricken. Mit richtig schönem festen Sockengarn. Ganz ohne Flutsch auf den Nadeln. Hach."