Donnerstag, 5. Januar 2017

Weihnachtsnachlese: Zugluftrolle

Eine Freundin hat einen Zugluftstopper für die Küchentür ihrer Mutter bestellt. In hellblau und weiß, passend zur Küche. Und da das Projekt "Mutterrolle" viel Spaß gemacht hat, zeige ich euch, wie ich man so eine Rolle filzt.

Zunächst habe ich eine weiße Wurst aus zwei gekreuzten Lagen Nadelvlies gefilzt. Wenn ihr das nachmachen wollt, macht die Rundungen an der Wurst-Schablone etwas ausgeprägter. Ich vergesse immer mal wieder, dass die wirklich halbkreisförmig sein müssen.



In der Mitte wird die Wurst etwa 10 cm weit aufgeschnitten, um die Schablone herauszuholen. Die Enden forme ich über einem umgedrehten Weckglas, das den späteren Durchmesser der Rolle hat.


Das klappt trotz der falsch geplanten Schablone ganz gut, weil die beiden Lagen des Nadelvlies so dünn sind und sich willig zusammenziehen. Danach nähe ich den Schlitz mit Leinengarn zu:


Damit ich mich zurecht finde, markiere ich die Enden:


Nun nähe ich stabile Leinenfäden von einem Ende zum anderen ein...



... und ziehe das Ganze zusammen. Die Fadenenden werden verknotet.



Nun wird gefärbt, in diesem Fall in einer Indigoküpe...


... und alles wieder ausgepackt:






Jetzt die Wurst mit Stopfwolle füllen und den Schlitz mit Matratzenstich zunähen.





Passt!

Dienstag, 3. Januar 2017

Nachtrag: Der 12tel Blick im Dezember

Euch allen ein gutes und hoffentlich friedlicheres neues Jahr! Zum Jahresabschluss fehlen noch ein paar Nachträge. Zunächst zu Tabeas tollem Fotoprojekt:

Der 12tel Blick ist nun zum ersten Mal komplett. Dies ist der Bauch des Gartens im Dezemberlicht 2016 und im Jahreslauf:

Kaum Unterschied zum November. Außer mehr Unordnung.


Auch am Terrassenbeet tut sich im Moment nichts. Bei diesem Beet würde ich am liebsten schon jetzt die Stauden und das Pennisetum beschneiden. Aber Finger weg!

Terrassenbeet am Silvestertag


Hier findet ihr die anderen 12tel Blicke.
Auch in diesem Jahr möchte ich mich wiederbeteiligen und habe schon ein paar Motivideen. Das regelmäßige Fotografieren macht Spaß, schult den Blick und bestätigt das Sprichwort: Man betritt nie zweimal denselben Garten.

Und natürlich Dankeschön an meinen großen kleinen Social Media Manager, der mir Arbeit abgenommen und die Collagen gestaltet hat!

Montag, 26. Dezember 2016

Weihnachtsnachlese: Dianas Tuch

Manchmal kann Material sprechen. Ein wunderbares Schurwolle-Angora-Garn sagte schon in der Vorratskiste zu mir: "Und ich werde ein Tuch für Diana!" - "Nix!", antwortete ich. "Wirst du nicht! Du bist mir einfach zu dünn, und Lacestricken finde ich sowieso doof!"

Dann sah ich in einem Blog das Muster Mini-Bubbles und war sofort schockverliebt. Das Angoragarn bekam das mit und fing an zu nerven: "Genau für mich gemacht! Und das Muster ist ganz einfach, da musst du nicht die ganze Zeit zählen. Mach ein Tuch für Diana! Färb mich in ganz vielen Rot- und Orangetönen, das sind genau die Farben von Diana. Und du wolltest doch das edle Dye Lac ausprobieren. Ich bin doch auch edel! Ich will Lac Dye! Sofort!"

Das Garn bekam seinen Willen. Nahm an der ersten Lac Dye Färbung teil, wanderte danach noch in ein Krappbad und machte die Bekanntschaft mit Cochenille. Danach sah es so aus:


Noch nicht ganz - da fehlte noch orange! Also kam noch eine Prise Dahlienblüten dazu. Fertig:


Das Stricken war zwar langwierig, aber es ging doch besser als gedacht. Durch den Angoraanteil ist das Garn sehr fluffig, was wiederum dazu führt, dass man zumindest das Gefühl hat, etwas in der Hand zu halten. 600 Meter Lauflänge auf 100 Gramm hatte ich jedenfalls fisseliger in Erinnerung. Kurz: Es machte tatsächlich Spaß!
Dann ein erhabener Moment: Die erfahrenen Lacestrickerinnen werden nur müde lächeln, aber für mich war es tatsächlich ein Erlebnis, wie erst durch das Spannen aus einem losen Gewirr ein schönes, formstabiles Tuch wird.

Fertig gestrickt, aber noch nicht gespannt. Sieht nicht sehr überzeugend aus...

Die Spannung steigt :-)

Wow!


200 x 60 cm und gerade mal 128 Gramm!





Fertig zum Verschicken

"Hast gewonnen!" sagte ich beim Abschied zum Garn, das nun zu so einem flauschigen Tuch mutiert war und sich sehr freute. "Bist echt schön geworden. Und danke, dass du so hartnäckig warst. Diana wird dich lieben. Aber jetzt musst du auf die Post, und ich werde zur Erholung Socken stricken. Mit richtig schönem festen Sockengarn. Ganz ohne Flutsch auf den Nadeln. Hach."