Dienstag, 17. Januar 2017

Der Rest vom Fest

Da fehlt tatsächlich noch was bei der Weihnachtsnachlese:

Stulpen für Anita


Anita hatte sich den zweiten der beiden Vaterschals mitgenommen und wollte gern noch passende Stulpen dazu haben. Die Stulpen habe ich ganz schlicht und aus den Resten der beiden Schals gestrickt. Kuschelweich und schön warm. Und bei jeder Drehung sehen sie völlig anders aus.


Und dann gab es noch die obligatorischen Weihnachtssocken für die Familie. Am besten gefallen mir selbst natürlich Socken in meiner Lieblings-Farbkombi Braun (Schwarznüsse) und Blau (Indigo) auf Trekking von Zitron. Leider habe ich den gemischten Strang nicht fotografiert. Hach, der war sooo schön!
  

Diese Socken waren beim Stricken eine echte Überraschung. Zu den ganz regelmäßigen Streifen gesellte ich ein toller türkisfarbener Klecks, der regelmäßig um den Socken herumwilderte. Das hat total Spaß gemacht. Ach, hätte ich doch den Strangumfang gemessen, dann könnte ich dieses Ergebnis wenigstens reproduzieren.
Gefärbt ist dieser Strang übrigens mit Faulbaumrinde und Indigo. Der wandernde Fleck ist der Bereich, in dem sich beide Farben mischen.

Freitag, 6. Januar 2017

Das Erntejahr 2016




Eigentlich ist das ja nicht viel: Sechs Gemüsebeete mit je 4 x 1,20 m, ein Tomatenbeet in Größe eines Bettes, zwei kleine Kräuterbeete und ein paar Obststräucher.  

Unser Gemüsegarten ist nicht groß, und dennoch kaufen wir in den Sommer- und Herbstmonaten wenig hinzu. Selbst jetzt gibt es Frisches, wenn es nicht friert, und sogar richtig viel: Grünkohl satt, dazu zwei Reihen Haferwurz und Lauch.

Diese Erntemengen habe ich für das Gartenjahr 2016 notiert:

4 kg Erdbeeren
1,6 kg Dicke Bohnen (tellerfertig gewogen)
5 kg Schalotten
350 g weiße Johannisbeeren
780 g schwarze Johannisbeeren
4 Schlangengurken
10 kg Bohnen (Stangen und Busch)
8 große Sellerieknollen
10 kg rote Kartoffeln (Rosara)
14 kg Kartoffeln Bamberger Hörnchen
20 Stangen Lauch
8 Konstantinopler Apfelquitten

Dazu ohne Mengenangaben:
jede Menge Erbsenschoten
genug Salat und Rucola für uns und die Nachbarn
Radieschen und Eiszapfen satt
Teekräuter und eingefrorene Kräuter für den Winter
Grünkohl, Haferwurz 
Tomaten 


... und unfassbar viel Mangold. Nachbarn und Freunde haben ganze Arme voll davon abgeschleppt, wir selbst haben mehrere Kilo eingefroren. Denn wir lieben Mangold als Nudelsauce mit Schafskäse, Sahne und Zwiebeln.



Die Fruchtfolge mit regelmäßigem Beetwechsel plus Gründüngung oder Flächenkompostierung auf den abgeernteten Flächen hat sich bewährt und wird ohne Änderungen beibehalten.
In diesem Jahr will ich es noch einmal mit Möhren versuchen. Mit denen hatte ich bisher nicht viel Glück, aber sie schmecken doch so gut... Die Dicken Bohnen wird es dagegen nicht mehr geben, denn das Missverhältnis zwischen viel Kraut und kleiner Ernte ist doch zu absurd.


Das Tomatendach hat die Kraufäule immerhin verzögert. Als es im August so nass war, hatte ich zwar dennoch Verluste, aber sobald das Wetter wieder besser war, haben sich die Pflanzen erholt und in der Septemberhitze mehr getragen als wir essen konnten. In diesem Jahr werde ich weniger Pflanzen nehmen und mich auf einfache Sorten beschränken. Schwarze Tomaten und kleine gelbe Kugeln sehen zwar nett aus, aber eigentlich sind die ganz schlichten Sorten die besten.


Die Planung für das Gartenjahr 2017 läuft übrigens schon. Ich liebe es, stundenlang Bücher über Mischkultur zu lesen und die Gemüse so lange auf den Plänen hin und her zu schieben, bis alles passt. Im Februar bestelle ich dann die Samen bei Bingenheimer. Dort gibt es samenfeste Sorten, die nicht Monsanto oder anderen Verbrechern gehören und die man auch selbst vermehren kann. Und das Saatgut ist nicht mit irgendeinem Gift "gebeizt".

So sieht so ein Beetplan für die Mischkultur übrigens bei mir aus:


Jede Zeile entspricht 20 cm auf dem Beet. Hier sehr ihr das Schalottenbeet mit Möhren und einer der drei Mangoldreihen. Eine richtige Nachkultur hat es auf diesem Beet nicht gegeben, denn es haben sich dort Wau, roter Amaranth und Königskerzen breit gemacht. Die Königskerzen und den Wau pflanze ich dann im Frühling in die Blumenbeete, bevor ich das Gemüsebeet neu bestelle.

Es kribbelt mir schon richtig in den Gartenfingern...

Donnerstag, 5. Januar 2017

Weihnachtsnachlese: Zugluftrolle

Eine Freundin hat einen Zugluftstopper für die Küchentür ihrer Mutter bestellt. In hellblau und weiß, passend zur Küche. Und da das Projekt "Mutterrolle" viel Spaß gemacht hat, zeige ich euch, wie ich man so eine Rolle filzt.

Zunächst habe ich eine weiße Wurst aus zwei gekreuzten Lagen Nadelvlies gefilzt. Wenn ihr das nachmachen wollt, macht die Rundungen an der Wurst-Schablone etwas ausgeprägter. Ich vergesse immer mal wieder, dass die wirklich halbkreisförmig sein müssen.



In der Mitte wird die Wurst etwa 10 cm weit aufgeschnitten, um die Schablone herauszuholen. Die Enden forme ich über einem umgedrehten Weckglas, das den späteren Durchmesser der Rolle hat.


Das klappt trotz der falsch geplanten Schablone ganz gut, weil die beiden Lagen des Nadelvlies so dünn sind und sich willig zusammenziehen. Danach nähe ich den Schlitz mit Leinengarn zu:


Damit ich mich zurecht finde, markiere ich die Enden:


Nun nähe ich stabile Leinenfäden von einem Ende zum anderen ein...



... und ziehe das Ganze zusammen. Die Fadenenden werden verknotet.



Nun wird gefärbt, in diesem Fall in einer Indigoküpe...


... und alles wieder ausgepackt:






Jetzt die Wurst mit Stopfwolle füllen und den Schlitz mit Matratzenstich zunähen.





Passt!

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