Mittwoch, 22. Juni 2016

Sommer in Flaschen



Der Limonadenbaum macht es möglich: Wohliges Sommergefühl mitten im tiefsten Winter! Und so geht´s:

36 Holunderdolden für eine halbe Stunde auf einem Tuch ausbreiten, damit die Krabbler flüchten können
Die duftenden Blüten abzupfen
Biozitronen in Scheiben schneiden und etwa 20 Gramm Zitronensäure hinzugeben
Mit 3 Liter Wasser auffüllen und über Nacht ziehen lassen
Am nächsten Tag den duftenden, durch den Blütenstaub gelb gefärbten Auszug durch ein Sieb gießen.  Für Sirup mit derselben Zuckermenge aufkochen und in heiß gespülte Flaschen füllen. Für Gelee nach der Anleitung auf dem Gelierzucker verfahren.

Guten Appetit!

Du hast die Holunderblüte in diesem Jahr verpasst? Das macht nichts, denn auch aus einer Mischung aus Zitronenmelisse, Gundermann und Mädesüß kann man einen leckeren Sommersirup machen.

Montag, 20. Juni 2016

Färben : Blutpflaumenblätter

Die roten Blätter der Blutpflaume ergeben die schönsten Grüntöne auf Eiweißfasern wie Wolle und Seide.


Dieser Strauch weiß noch nicht, dass ich ihn nur gepflanzt habe, um ihn regelmäßig zu beernten. Da er noch so klein ist, habe ich in diesem Jahr nur wenige Äste entfernt und Nachschub auf einem Brachland in der Nähe geholt. Blutpflaumen wachsen in vielen Gärten und werden riesig. Deshalb müssen an den meisten Standorten regelmäßig beschnitten werden, weil die Gartenbesitzer das Wachstum unterschätzt haben. Die Großsträucher machen einen Sommerschnitt problemlos mit.

Meine Beute waren lediglich 290 Gramm, doch die Flotte ist sehr ergiebig, so dass ich ganze 400 Gramm Wolle, Seide und Alpaka färben konnte. Es ist immer wieder ein Erlebnis zuzusehen, wie das Material in der kirschroten Brühe langsam grün wird.

Erster Zug :
200 g Zitron Trekking (zur Hälfte eingetunkt)
100 g Zitron Fil Royal teilweise gelbes Alpaka, (zur Hälfte eingetunkt)


Zweiter Zug :
100 Gramm Fil Royal abgebunden
100 g Blue Faced Leicester im Band
100 g Zitron Lifestyle


In meinem Browser sehen die Töne übrigens fast grau aus, es ist aber tatsächlich ein richtig sattes kühles Grün :-)

Gebeizt habe ich wie immer mit Kaltbeize. Die Färbung ist lichtecht. Bei späterer Ernte sind drei Züge möglich und der erste wird dann ziemlich dunkelgrün. Ich mag die Junifärbung aber am liebsten, weil sie ein kühleres Grün ergibt.

Schon auf den Nadeln: Blutpflaume, Schachtelhalm und eine Prise Eisen

Falls ihr also beobachtet, wie jemand seine Blutpflaume beschneidet : rettet die Blätter und habt Spaß!

Mittwoch, 15. Juni 2016

Holzbau : Tomatendach

In einem meiner Gärten gab es in jedem Jahr zwanzig Tomatenpflanzen,  die unter dem Dachüberstand an der Südseite des Hauses prächtig gediehen. Ich erinnere mich an eingefrorene Tupperdosen voller Sauce,  an getrocknete Tomaten in Öl und an einen ganzen Keller voller nachreifender Oktoberfrüchte. Und ich hielt das alles für völlig normal.

Nun liegt mein Garten am Bach. Abends kommt die Feuchtigkeit aus der Bachaue,  was den Pflanzen im heißen Sommer gut tut -  allen außer den Tomaten!
Und so lernte ich im letzten Sommer die Pest kennen, die Plagen wie Nachbarn, Nacktschnecken und Wühlmäuse wie ein Geschenk erscheinen lässt : die Krautfäule!
Innerhalb von einer Woche wurden aus meinen 18 vitalen Tomatenpflanzen widerlich stinkende Gerippe und die bereits gesammelten Ketchupflaschen kamen ins Altglas. 

Nun also der zweite Versuch. Dies ist unser Tomatenbett. Nein, das ist kein Schreibfehler,  denn dieses Hochbeet war tatsächlich einmal unser Bett (und die Schubladen für das Bettzeug sind die Kräuterbeete am linken Bildrand geworden).

Acht verschiedene Tomaten wachsen hier: Pili, St. Pierre, Ochsenherz, Dunkle Murmel und ein paar andere, alle zum Ausprobieren. Alle zwei Wochen spritze ich Schachtelhalmtee zur Stärkung. Die untersten Blätter habe ich für eine bessere Belüftung entfernt. Das Beet habe ich mit den Resten einer Schachtelhalmfärbung gemulcht. Und nun steht seit zwei Wochen auch das Dach:


Es besteht aus 3 x 5 er Leisten aus Lärche. Vorn ist es 1.80 m hoch,  hinten 1.70 m, damit das Regenwasser gut ablaufen kann. Alle Teile sind durch schräge Verbindungsbretter stabilisiert. Das Dach steht an die tieferen Seite so weit über den Bettrand, dass Regenwasser außerhalb des Bettes landet. So muss ich zwar mehr gießen, minimiere aber das Spritzwasser.

Wo die Latten Bodenkontakt hätten, habe ich Steine untergelegt, so wie man es auch bei Gartenmöbeln aus Holz macht. Das Dach ist mit UV-sicherer verstärkter Folie aus dem Baumarkt gedeckt. Damit das Ganze ein paar Jahre hält, habe ich den Elektrotacker mit Nirostaklammern gefüttert. Die sind aber ziemlich scharf an den Kanten. Mein großer Bruder und Tacker-Verleiher gab mir den Tipp, festen Stoff zwischen die Klammern und die Folie zu legen, damit die Folie von den Klammern nicht aufgeschnitten wird:


Eine Sturmsicherung habe ich auch eingebaut:


Außerdem ist das Gestell mit ein paar sehr langen Schrauben am Tomatenbett festgemacht. Ich hoffe, dass das Dach nun auch Sommerstürmen standhalten wird. Die Gewitter der letzten Tage hat es immerhin schon gut überstanden.

Im Herbst werde ich das Gestell auseinander schrauben und die Teile im Keller verstauen. 
Wenn die Schrauben nach ein paar Jahren nicht mehr fassen, kann ich auf Flügelschrauben umsteigen. Die Schraubpunkte habe ich nämlich so gelegt, dass ich auch von hinten herankomme.

Soweit der Plan. Ob das alles die Krautfäule verhindern wird?  Ich bin gespannt. Parole Ketchup! 

Mittwoch, 8. Juni 2016

Die Rollatortasche

Mein Papa ist noch sehr aktiv und jeden Tag mit seinem Rollator unterwegs. Da der keinen Korb hat, hängt Väterchen seine Tasche an einen der Griffe.

Ich fand das nicht gut, weil die Stofftasche sehr tief hing, ihm an die Beine schlug oder  bei Regen dreckig wurde - es musste eindeutig eine neue Rollator-Spezialtasche her! Und da mein Vater ein Skandinavienfan ist, brauchte ich natürlich ein entsprechendes Motiv (das ich schnell in irgendeiner Malbuchvorlage im Netz fand):



Die pflanzengefärbten Recyclingstoffe sind aus alter Bettwäsche, den blauen Stoff habe ich zusätzlich auf der Rückseite mit Taschenvlies verstärkt. Elche und Griffe bestehen aus Bouretteseide, die mit Walnüssen gefärbt ist.

Der Schnitt: frei Schnauze. Als Maß für Länge und Tiefe der Tasche diente die Mineralwasserflasche, die immer dabei ist und am besten liegend transportiert wird.

Beim Innenfutter habe ich mich anscheinend um die Breite der Nahtzugabe verrechnet und das erst nach dem Wenden bemerkt, aber mein Vater nimmt die Beulen nicht als Fehler wahr.


Das Aufnähen der Elche hat mich einiges an Mühe gekostet - so viele Rundungen, und dann war auch noch der Sprühkleber alle, so dass ich die Viecher mit Stecknadeln fixieren musste. Deshalb gibt es leider ein paar Kurven, die so aussehen:

Doch auch das stört meinen Vater nicht. Die Tasche ist nun jeden Tag im Einsatz. Na dann weiterhin gute Fahrt, Väterchen!


Mittwoch, 1. Juni 2016

12tel Blick im Mai

Man sieht nie zweimal denselben Garten - vor allem im Mai merkt man, wie wahr dieser Spruch ist. Hier sind also meine Momentaufnahmen vom 28. Mai für Tabeas schöne Aktion 12tel Blick:

Im rotorangen Beet dominiert die rote Lupine. Die Heucherablüten links haben denselben Farbton.

So sieht das Beet übrigens von der Seite aus.

Der Bauch des Gartens im Mai - Dschungelfeeling!


Der kleine Kardenwald am Kompost hat auch schon ordentlich zugelegt.
  
Heute hat es wunderbar langanhaltend geregnet, Gott sei Dank ohne Unwetter. Nach der langen Trockenheit wird der Garten in den nächsten Tagen geradezu explodieren. Ich freu mich drauf!

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