Mittwoch, 15. Juni 2016

Holzbau : Tomatendach

In einem meiner Gärten gab es in jedem Jahr zwanzig Tomatenpflanzen,  die unter dem Dachüberstand an der Südseite des Hauses prächtig gediehen. Ich erinnere mich an eingefrorene Tupperdosen voller Sauce,  an getrocknete Tomaten in Öl und an einen ganzen Keller voller nachreifender Oktoberfrüchte. Und ich hielt das alles für völlig normal.

Nun liegt mein Garten am Bach. Abends kommt die Feuchtigkeit aus der Bachaue,  was den Pflanzen im heißen Sommer gut tut -  allen außer den Tomaten!
Und so lernte ich im letzten Sommer die Pest kennen, die Plagen wie Nachbarn, Nacktschnecken und Wühlmäuse wie ein Geschenk erscheinen lässt : die Krautfäule!
Innerhalb von einer Woche wurden aus meinen 18 vitalen Tomatenpflanzen widerlich stinkende Gerippe und die bereits gesammelten Ketchupflaschen kamen ins Altglas. 

Nun also der zweite Versuch. Dies ist unser Tomatenbett. Nein, das ist kein Schreibfehler,  denn dieses Hochbeet war tatsächlich einmal unser Bett (und die Schubladen für das Bettzeug sind die Kräuterbeete am linken Bildrand geworden).

Acht verschiedene Tomaten wachsen hier: Pili, St. Pierre, Ochsenherz, Dunkle Murmel und ein paar andere, alle zum Ausprobieren. Alle zwei Wochen spritze ich Schachtelhalmtee zur Stärkung. Die untersten Blätter habe ich für eine bessere Belüftung entfernt. Das Beet habe ich mit den Resten einer Schachtelhalmfärbung gemulcht. Und nun steht seit zwei Wochen auch das Dach:


Es besteht aus 3 x 5 er Leisten aus Lärche. Vorn ist es 1.80 m hoch,  hinten 1.70 m, damit das Regenwasser gut ablaufen kann. Alle Teile sind durch schräge Verbindungsbretter stabilisiert. Das Dach steht an die tieferen Seite so weit über den Bettrand, dass Regenwasser außerhalb des Bettes landet. So muss ich zwar mehr gießen, minimiere aber das Spritzwasser.

Wo die Latten Bodenkontakt hätten, habe ich Steine untergelegt, so wie man es auch bei Gartenmöbeln aus Holz macht. Das Dach ist mit UV-sicherer verstärkter Folie aus dem Baumarkt gedeckt. Damit das Ganze ein paar Jahre hält, habe ich den Elektrotacker mit Nirostaklammern gefüttert. Die sind aber ziemlich scharf an den Kanten. Mein großer Bruder und Tacker-Verleiher gab mir den Tipp, festen Stoff zwischen die Klammern und die Folie zu legen, damit die Folie von den Klammern nicht aufgeschnitten wird:


Eine Sturmsicherung habe ich auch eingebaut:


Außerdem ist das Gestell mit ein paar sehr langen Schrauben am Tomatenbett festgemacht. Ich hoffe, dass das Dach nun auch Sommerstürmen standhalten wird. Die Gewitter der letzten Tage hat es immerhin schon gut überstanden.

Im Herbst werde ich das Gestell auseinander schrauben und die Teile im Keller verstauen. 
Wenn die Schrauben nach ein paar Jahren nicht mehr fassen, kann ich auf Flügelschrauben umsteigen. Die Schraubpunkte habe ich nämlich so gelegt, dass ich auch von hinten herankomme.

Soweit der Plan. Ob das alles die Krautfäule verhindern wird?  Ich bin gespannt. Parole Ketchup! 

1 Kommentar:

  1. ich hab meine immer in toepfen stehen inzwischen - im glashaus. draussen ist hier einfach keine chance bei tomaten, selbst mit dach! sonnenfans haben hier immer schlechte karten:) mit den toepfen muss ich beim giessen hoellisch aufpassen, aber immerhin bekomme ich ein paar tomaten (fuer 20 haette ich nicht den platz:() - nicht fuer ketchup, aber immerhin zum aufpeppen von salat etc.:) man kann eben nie alles haben, auch nicht im garten. dafuer haben wir wenig frost und ich hab pflanzen, die in D nicht den winter ueberstehen wuerden.... viel glueck mit der ketchupproduktion:)
    gruesse von der gruenen insel
    Bettina

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