Samstag, 9. Juli 2011

Fotos vom Färbekurs

Der Färbekurs auf dem Gelände des Umweltzentrums Heerser Mühle in Bad Salzuflen ist für mich immer der Höhepunkt der sommerlichen Färbesaison.

Leider gab es ein paar kurzfristige Absagen, daher waren wir diesmal nur zu siebt, hatten aber acht Färbetöpfe - wow! Und damit haben wir sie bestückt:

- Sandelholz
- getrocknete Stockrosenblüten
- Walnussblätter
- Goldrute (und zwar eine ganz besondere, die zuverlässig zitronengelb färbt, aus dem Garten einer Teilnehmerin)
- Cochenille und
- Krapp, ohne die es irgendwie nicht geht
- Indigo
- rote Zwiebelschalen

In den zwei Tagen haben wir insgesamt 8 kg Wolle, 25 Seidentücher, 10 m Wolletamine, einen Blazer, eine Bluse und ca. 10 T-Shirts gefärbt - vier Wäscheständer voll! Das sah dann zum Beispiel so aus:


Natürlich gab es wieder einige seltsame Überraschungen: Die Stockrosenblätter ergaben zu Beginn nur Anthrazit und waren erst nach längerem Erhitzen bereit, endlich schöne Grüntöne auf Wolle zu erzeugen. Blautöne auf Seide haben sie aber bis zum Schluss verweigert. Ich vermute, dass das mit dem besonderen Wasser des Umweltzentrums zu tun hat.
Die Zwiebelschalen färbten Baumwoll-T-Shirts plötzlich nicht grün sondern herrlich Schokobraun! Und die Cochenille gab wirklich ihr Bestes und brachte Zug um Zug immer wieder satte Rottöne. Auch die Indigoküpe hat bis zum Schluss durchgehalten, weil wir diesmal richtig gut aufgepasst und sie wirklich nach jedem Zug neu eingestellt haben.

Weil alle immer so viel Spaß dran haben, habe ich diesmal gleich drei Solarfärbungen vorbereitet, die wir dann zusammen "ausgepackt" haben:


Von links nach rechts: Mein neuer Lieblingspulli aus Seide mit Orleansaat, Stockrose, Cochenille und ein bisschen Krapp, der aussieht, wie aus dem Buch von India Flint entsprungen:


Im mittleren Glas ein Strang Wolle, der mit den Stielen von Färberkamille eingelegt war (unspektakulär, ohne Foto) - und in das rechte Glas passten zwei Meter Bouretteseide, die ich erst mit Indigo gefärbt und danach für drei Wochen mit den Färberkamilleköpfen eingerollt hatte:

Frontalunterricht mit Stoff



Als wir unsere Beute am frühen Abend zusammenpackten, waren wir zwar alle total platt, aber voller Glückshormone. Und nächstes Jahr geht´s weiter, Mädels!

Zuhause wartete dann schon meine kleine Quasselstrippe sehnsüchtig auf mich. Wir haben uns mit diesen sagenhaften Schnittchen vor den Fernseher gelümmelt und "Willi will´s wissen" geguckt. Mehr ging einfach nicht.


Versprochen: Wenn ich wieder einigermaßen bei Sinnen bin, gibt´s noch mehr Fotos bei Flickr. Aber nun ab ins Bett und farbig träumen...

1 Kommentar:

  1. Ein solcher Kurs ist auch noch ein Traum von mir und diese Farben*schwelg.

    Die Schnittchen sehen auch sehr lecker aus ;-)

    LG Claudia

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